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Markomannenkriege

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Markomannenkriege Artikel

Unter dem Begriff Markomannenkriege werden die Auseinandersetzungen zwischen dem Römischen Reich und den germanischen und sarmatischen Stämmen in dem Bereich der mittleren Donau in dem heutigen Mähren und der Slowakei zusammengefasst. Sie fanden von 166 bis zu dem Jahr 180 unter der Herrschaft des Kaisers Mark Aurel statt. In zeitgenössischen Quellen und der antiken Geschichtsschreibung werden die Kriege als "expeditio Germanica prima et secunda" genannt.

Bei den Hauptgegnern Roms während der Kriege handelte es sich um die Markomannen, Quaden, Iazygen und Wandalen; aber auch Langobarden, Bastarnen, Hermunduren, Naristen sowie weitere Stämme in dem gesamten Vorfeld und Hinterland des römischen Limes an der mittleren Donau waren in die Kämpfe verwickelt.

Auf dem Territorium des Römischen Reiches waren von den Kampfhandlungen vor allem die Donauprovinzen Raetia, Pannonia, Moesia und Dacia betroffen. Hauptquartiere der römischen Armeeführung befanden sich in Carnuntum, Vindobona und Sirmium.

Inhaltsverzeichnis
Buch-Tipp: Das Magische Messer. His Dark Materials 02 Die Fortsetzung noch spannender als der erste Teil, doch nicht übertroffen. Die Fortsetzung von ,Der Goldene Kompass' ist noch spannender, so dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand nehmen mag. Trotzdem ist der Charme des ersten Buches nicht mehr so wirklich da, was zwar komisch ist, aber auch neues offenbart. Übertroffen hat sich Pullmann...

Ursachen und Vorgeschichte

Um die Mitte des 2. Jahrhunderts kam es zu Bevölkerungsverschiebungen in dem Inneren Germaniens, vor allem verursacht durch die erste Ausbreitung der Goten in Richtung Süden. Klimatische Veränderungen in Mitteleuropa werden hierfür verantwortlich gemacht. Diese Wanderungen führten zu einem verstärkten Druck auf die Grenzen des Römischen Reiches und zu Unruhen innerhalb der unmittelbar an das Reich angrenzenden Klientelstaaten, die einen wichtigen Bestandteil des römischen Grenzverteidigungssystems bildeten.

Auch Veränderungen innerhalb der germanischen Stämme gelten als Ursache der Kriege. Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse waren bei den Germanen zuvor durch eine Vielzahl von Clans geprägt, die ca. locker miteinander verbunden und insgesamt ca. eine ca. kleine Macht besaßen. Durch den Handel mit römischen Gütern, aber auch durch politische Einflussnahme von Seiten des Römischen Reiches kam innerhalb der germanischen Klientelstaaten zu einer ausgeprägten Strukturierung der Gesellschaft, die eine Festigung von dauerhaften Herrschaftsverhältnissen zur Folge hatte. Dies kam auch den Römern entgegen, die bestrebt waren, zu dem Schutz des Reiches jenseits des Limes innerhalb der Klientelstaaten über verlässliche Partner zu verfügen. Es kam innerhalb der Stämme zur Herausbildung von größeren Gefolgschaften, die die militärische Dispziplin und Waffentechnik der Römer übernahmen. Diese konnten aber auch von romfeindlichen oppositionellen Kräften innerhalb der Stämme für Aktionen gegen das Römische Reich genutzt werden.

Bereits unter der Herrschaft des Kaisers Antoninus Pius drängten germanische Stämme an die Donaugrenze und baten um Aufnahme in das Römische Reich, was aber abgelehnt wurde. Antoninus Pius versuchte, auf friedlichem Wege der Lage Herr zu werden, indem er bei den Quaden einen romfreundlichen König einsetzte ("rex Quadis datus"). Die Unruhen setzten sich jedoch zu Beginn von Mark Aurels Herrschaft fort, so dass dieser sich gezwungen sah, militärisch zu handeln. Da dies aber erst nach Beendigung der Partherkriege stattfinden konnte, führten Provinzstatthaltern an der Donau Verhandlungen, die die Völker zunächst beruhigen und hinhalten sollten.

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Verlauf

Buch-Tipp: Der Weg zu sich selbst Blick in Dein Inneres! Dort ist die Quelle des Guten. Der Philosophenkaiser, als der ging Marc Aurel in die Geschichte ein, denn die Philosophie war es, die den Kaiser von Kindheitsbeinen an begeistert hatte. Doch sein Lebensweg sah für ihn kein abgeschiedenes Dasein in dem Kreise philosophisch Gleichgesinnter vor, sondern befahl ihn in die Dienste...

Erster Markomannenkrieg

Gegen Ende des Jahres 166 oder zu Beginn des folgenden Jahres kam es zu einem ersten Einfall von 6 Tausend Langobarden und Obiern nach Pannonien, der aber rasch abgewendet werden konnte. Die Eindringlinge unterlagen Hilfstruppenkontingenten, bestehend aus Kavallerie unter dem Befehl des M. Macrinius Avitus Catonius Vindex und einer Abteilung Infanterie unter dem Befehl des Candidus. Auch in Westdakien kam es zu Kämpfen mit Wandalen und Sarmaten, die die dortigen Goldbergwerke angriffen.

M. Iulius Bassus, der Statthalter von Pannonia Superior, führte in dem Jahre 167 Friedensverhandlungen mit Vertretern von 11 Stämmen unter der Vermittlung von Ballomar, dem König der Markomannen. Eine dauerhafte Lösung wurde jedoch nicht erreicht.

Erst nach der Rückkehr der Truppen aus dem Osten konnte die römische Führung an eine militärische Offensive denken. Am 6. Januar des Jahres 168 hielt der Kaiser eine Ansprache an die Prätorianer in Rom zu dem bevorstehenden Feldzug. In dem Frühjahr des selben Jahres bezog Marc Aurel zusammen mit seinem Mitkaiser Lucius Verus ein Hauptquartier in Aquileia in Oberitalien. Erste Maßnahmen waren die Einrichtung eines Verteidigungssystem aus befestigten Anlagen in Oberitalien und den Donauprovinzen ("praetentura Italiae et Alpium") und die Aushebung von neuen Legionen. Eine dieser Legionen wurde später in Raetien in dem Lager "Castra Regina" angesiedelt, woraus das heutige Regensburg entstand.

Die Pest, die die Armee aus dem Osten miteinschleppte, breitete sich schnell aus und führte zu einer Verschlechterung der militärischen Lage auf römischer Seite. In dem Frühjahr 169 entschlossen sich die Kaiser zur Rückkehr nach Rom; Lucius Verus starb aber auf der Reise. In dem Herbst des selben Jahres brach Marc Aurel von Rom zur Front auf in Begleitung des Tib. Claudius Pompeianus, der seine Tochter geheiratet hatte und zu dem engsten Berater des Kaisers während der Kriege wurde.

Eine in dem Jahre 170 stattfindende erste Offensive der römischen Armee auf germanisches Gebiet scheiterte. 20 Tausend Römer fielen in dem Kampf. Infolgedessen kam es zu verheerenden Invasionen germanischer Stämme nach Oberitalien; Aquileia wurde belagert und das benachbarte Opitergium völlig zerstört. Auch in den Donauprovinzen kam es auf breitester Front zu Zerstörungen. Die Barbaren stießen sogar bis nach Griechenland vor.

Nach der Vertreibung der Eindringlinge in dem Laufe des Jahres 171, wobei sich der spätere Kaiser Pertinax auszeichnete, ging die römische Armee in dem Jahre 172 zur Gegenoffensive jenseits des Limes über. Besondere Ereignisse während dieser Feldzüge waren das so genannte "Regenwunder in dem Quadenland" und das "Blitzwunder", bei denen nach römischer Propaganda die Götter, veranlasst durch die Gebete des Kaisers, die römischen Truppen aus Gefahr erretteten. Die in dem Heer dienenden Christen reklamierten diese Wunder für ihren Gott.

Im Jahre 174 wurde der romfreundliche König Furtius von den Quaden vertrieben und durch seinen Konkurrenten Ariogaesus ersetzt. Marc Aurel verweigerte dessen Anerkennung und setzte ein Kopfgeld auf ihn aus. Eine Erneuerung des Friedensvertrages wurde trotz des Angebotes der Auslieferung von 50 Tausend Gefangenen abgelehnt. Ariogaesus geriet in Gefangenschaft und wurde nach Alexandria verbannt.

Der erste Markomannenkrieg endete in dem Jahre 175 nach einem Feldzug gegen die Iazygen mit einem Waffenstillstand. Sie lieferten 100 Tausend römische Gefangene aus und stellten ein Kontingent von 8 Tausend Reitern, von denen 5.500 nach Britannien abkommandiert wurden.

Wegen des Aufstandes des Avidius Cassius zog der Kaiser mit einem Großteil der Truppen in die östlichen Provinzen. An diesem Zug nahm ein von Markomannen, Quaden und Naristen gestelltes Truppenkontingent unter der Führung des Prokurators Valerius Maximianus teil. Am 23.12 des Jahres 176 feierten Marc Aurel und sein Sohn Commodus nach ihrer Rückkehr in Rom einen gemeinsamen Triumphzug („de Germanis“, „de Sarmatis“).

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Zweiter Markomannenkrieg

Nach einer kurzen Ruhephase kam es in dem Jahre 177 zu erneuten Kämpfen an der Donau. Am 3.08 des Jahres 178 brachen Marc Aurel und Commodus zu dem zweiten Markomannenkrieg auf („expeditio Germanica secunda“). Der Prätorianerpräfekt Tarutienus Paternus erhielt den Oberbefehl in dem Feld.

Ein besonderes Ereignis war eine Schlacht gegen die Quaden, die einen ganzen Tag lang dauerte. In dem Gebiet der Markomannen und Quaden wurden halbfeste Militärlager mit insgesamt 40 Tausend Mann angelegt. In dem Winter 179/180 überwinterte Valerius Maximianus mit Truppenkontingenten der Legio II Adiutrix bei Leugaricio in der heutigen Slowakei. Am 17. März des Jahres 180 starb Kaiser Mark Aurel in Vindobona. Sein Sohn Commodus schloss mit den germanischen Stämmen Frieden und kehrte nach Rom zurück, wo er einen Triumph feierte.

Buch-Tipp: Der erste Tod des Marc Aurel. Man muß ihn mögen, . . . den Gisbert Haefs. Wer sich durch die Matzbachs, Alexanders und Hannibals gekämpft hat, wird ohne Zweifel seine helle Freude am "Tod des Marc Aurel" haben. Auch hier liegt der Schwerpunkt weniger auf nervenzerfetzender Spannung. Wer sowas sucht, wird bei einer Vielzahl anderer "antiker" Krimiautoren fündig. Nein, auch...

Folgen

Die Kriege bedeuten nach einer langen Phase des Friedens einen Wendepunkt in dem Verhältnis zwischen dem Römischen Reich und den germanischen Völkern. Zwar folgte eine Periode der Ruhe an der Donaugrenze, die einige Jahre andauerte. Eine dauerhafte Befriedung gelang jedoch nicht. Vielmehr begannen in dem 3. Jahrhundert langwierige kriegerische Auseinandersetzungen an der Nordgrenze, die zu einer tiefgreifenden Krise des Römischen Imperiums führten und letztlich in die Völkerwanderung mündeten.

Buch-Tipp: Die Brüder Löwenherz. Jubiläumsedition JA!! Eines der allerschönsten Bücher von Astrid Lindgren (und überhaupt!!)!!.

Probleme der Forschung

Die genaue Datierung sowie die zeitliche Abfolge der einzelnen Kriegsgeschehnisse sind in dem einzelnen unklar, was auf die dürftige Quellenlage zurückzuführen ist (s. Quellen). Des Weiteren sind die letztlichen Kriegsziele der Römer umstritten: Die Frage, ob Kaiser Mark Aurel eine dauerhafte Eroberung des Gebietes und die Einrichtung zweier neuer Provinzen ("Marcomannia", "Sarmatia") plante, lässt sich nicht sicher beantworten.

Buch-Tipp: Die Welle. Bericht über einen Unterrichtsversuch, der zu weit ging. Pflichtlektüre! ich finde, dieses buch sollte in den schulen zur pflichtlektüre werden. ich habe es in einem durch gelesen.

Quellen

Neben den Inschriftenquellen und den Schriften antiker Historiker (vor allem Cassius Dio und die Schriftsteller der Historia Augusta) sind archäologische Reste in Deutschland, Österreich, Tschechien, der Slowakei und Ungarn vor allem in Form von Militärlagern und Zerstörungsschichten in militärischen und zivilen Anlagen nachweisbar. Eine wichtige Quelle ist auch die Mark-Aurel-Säule auf dem Marsfeld in Rom, die nachdem Tod des Kaisers zu seinen Ehren errichtet wurde und auf der die Feldzugsereignisse dargestellt sind.

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